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13.03.2018 / Allgemein

SXSW 2018/Tag 4: Eine erste Zwischenbilanz, laaange Schlangen und Londons digitale Roadmap

Am Tag 4 von 5, Montag, verlässt uns ein Teil der Truppe. Es ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz … für die natürlich nicht viel Zeit bleibt, denn auch heute jagt ein Programmhighlight das nächste und gipfelt in einem Hauch Hollywood.

Der gestrige Abend hatte es wieder in sich. Eine hochintelligente, liberale ehemalige Reporterin des „Wall Street Journal“, Asra Nomani, Muslimin und Immigrantin aus Indien, verargumentiert ihre Entscheidung „Pro Trump“. Nachvollziehbar? Zu verstehen oder zumindest zu akzeptieren? Wir kommen nicht auf einen Nenner. Am ehesten kommen wir mit dem Statement zusammen, dass der Gewinn eines Populisten immer das Ergebnis des Versagens der Eliten, in diesem Fall speziell der liberalen Eliten, ist. Bereut sie ihre Entscheidung heute oder ist sie enttäuscht von Trump? Nein, denn die Öffnung Saudi-Arabiens oder die Gesprächsbereitschaft Nordkoreas kann man ja durchaus als Erfolg interpretieren. Man kann es aber auch mit den Worten von Uwe Storch (Ferrero) ausdrücken: „Does the sun rise because the blackbird sings or does the blackbird sing because the sun rises?“ Und damit soll es dann auch gut sein.

Da zwei Teilnehmer aus der Gruppe heute abreisen, beginnt der Morgen mit einem letzten Austausch aller zu den Erfahrungen und Eindrücken der letzten Tage. Es wird deutlich: Wir sind in wenigen Tagen hier als „Team“ zusammengewachsen, jeder mit seinen Stärken und Kompetenzen, die alle in den jeweiligen Beiträgen und Impulsen den Wert der Reise ausmachen. Was nehmen die CEOs, die Strategen, die Techniker, die Analytiker für sich mit nach Hause? Was bleibt für die Agentur, den Händler, den Konsumgüterhersteller, was für die Investment Firma? Impulse, die wir nirgendwo so gefunden hätten, Learnings, die für unsere Unternehmen, aber auch für uns persönlich in den nächsten Wochen, Monaten und vielleicht Jahren ihre Wirkung entfalten. Bleibend für alle: Adam Molnar von Neurable, eine Stadt im kollektiven Rausch und fünf Tage, die keiner missen möchte.

Wir durften Innovation und Lernen als Ergebnis eines unverkrampften, ohne Druck stattfindenden Treibens in einem Meer von Impulsen wahrnehmen; als gruppendynamischen Prozess, der oftmals mehr aus den Interpretationen der „Peer Group“ resultiert, als aus dem eigentlich Gesehenen und Gehörten.

Wir haben Technologie-Trends gesehen, die führende Weltkonzerne ausstellen, und fragen uns: Ist es vielleicht unerheblich, ob wir diese Entwicklungen als gut und massentauglich erachten? Oder ist es vielmehr entscheidend, ob Accenture, Google, Panasonic und Sony diese Entwicklungen mit Milliarden Investitionen als massentauglich vorgeben? Sicher liegt die Wahrheit in der Mitte. Aber es liegt an uns, Entscheidungen zu treffen und auf ein bestimmtes Pferd zu setzen – oder auch nicht.

Ein weiteres Learning: Sollte Deutschland die Digitalisierung verpasst haben (was zu diskutieren wäre), ist es kräftig dabei aufzuholen. Mit über 1.200 Teilnehmern stellt Deutschland nach Japan die zweitstärkste ausländische Gruppe.

Im Convention Center angekommen, sehen wir uns zunächst auf der SXSW Exhibition um. Primär sind es Start-ups, Innovation Labs und Universitäten, die hier ihre Innovationen ausstellen. Wir probieren aus, bestaunen, fragen uns bei manchen Dingen nach dem Sinn. Auch Deutschland präsentiert sich als Standort, Bayern und sogar Nürnberg mit der Nürnberg Web Week sind vertreten.

Danach berichtet die NASA zusammen mit LEGO über ihre Open Innovation Projekte. Leider nur für einige von uns, denn die anderen schaffen es nicht, einen Platz zu ergattern. Aber auch das Alternativprogramm ist interessant. Wir hören, was wir von der PR-Strategie der US Marines lernen können.

Die nächste Schlange empfängt uns vor dem Vortrag von Sadiq Khan, dem Bürgermeister von London. Und auch hier schaffen es nicht alle reinzukommen. Aber gut ist er. Ein Key-Take-away: Von der Digitalisierung müssen alle profitieren. Dann wird sie der sozialen Gerechtigkeit, dem Frieden und dem Wachstum dienen. Konkrete Anwendungen am Beispiel seiner Stadt zeigen, dass der Mann eine digitale Roadmap hat.

Bei schönstem Frühlingswetter wird es aber auch allen anderen nicht langweilig. Die letzten Showrooms werden besucht und im Freien steht es sich gleich viel besser in der Schlange.

Einen Abstecher in die Welt des Films gönnen wir uns. Rian Johnson, der Regisseur der letzten drei Star Wars Episoden steht auf der Bühne Rede und Antwort zu seinen Werken. Der Höhepunkt: Mark Hamill, Luke Skywalker aus den Filmen, kommt als Überraschungsgast auf die Bühne. Auch das gibt es wohl nur bei der SXSW.

So zieht der Nachmittag ins Land und unser Abend beim Rodeo kommt näher. Wie die nächste „Texas Native Experience“ und unser Abschiedsabend verlaufen sind, dazu an dieser Stelle morgen mehr.