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12.03.2018 / Allgemein

SXSW 2018/Tag 3: Sonntag, aber von Ruhetag keine Spur

Drei Begegnungen, die Tag 3, Sonntag, zu einem erneut sehr interessanten und spannenden Tag machen: Adam Molnar/Neurable präsentiert das Thema „Brain Computer Interface“, für Tesla Gründer Elon Musk ist AI gefährlicher als Atomwaffen und Arnold Schwarzenegger kündigt die nächste Folge „Terminator“ an.

Der gestrige Abend war wieder ein Top-Erlebnis, das Texas BBQ im Salt Lick, ca. 45 Minuten außerhalb von Austin, ein geschmackliches und kulturelles Highlight – DIE „Texas-immersive native Experience“. Anschließend tauchen wir ein in das brodelnde Nachtleben. Bei den freien Drinks im deutschen Haus profitierten wir von unseren  Steuergeldern im aktiven Einsatz und genießen die Springbreak-Atmosphäre auf der Rainey Road.

Was sind wir doch diszipliniert! Respekt: Trotz Zeitumstellung auf Sommerzeit und später Heimkehr gestern, stehen viele schon früh an für Tickets zur Session mit Elon Musk (Tesla). Zum privaten Brunch treffen wir uns mit Adam Molnar, Director Marketing and Sales von Neurable. In einer beeindruckenden Präsentation führt er uns ein in das Thema „Brain Computer Interface“ (BCI). Neurable ist in der Lage, direkt und nahezu in Echtzeit aus den Gehirnströmen ja/neutral-Entscheidungen auszulesen. Diese werden mit Augmented Reality-Technologie kombiniert. Es entsteht eine „Gedanken/Auge Computer-Maus“, zu betätigen ohne Hände, ohne Verzögerung, im Kontext mit der Umgebung und dem Anwendungszweck, der in die AR-Brille eingeblendet wird. Natürlich denken wir alle sofort an Anwendungen im militärischen Bereich, doch die sind bei Neurable angeblich nicht der Plan. Vielmehr geht es darum, Feuerwehrleute oder Ärzte im Umgang mit körperlich beeinträchtigten Personen zu unterstützen. Und irgendwann soll die Technologie natürlich uns allen im Alltag nützen. Eine offene API ermöglicht App-Entwicklern die Nutzung und den Einbau von Neurable in jede Hardware.

Wird sich die Technologie durchsetzen? Ja, wenn jemand attraktive smarte Brillen baut. Hier ruhen die Hoffnungen auf Apple. Geldgeber von Neurable sind u. a. die chinesische Mobile-Firma HTC und die NASA. Eine spannende Entwicklung, vor allem doch unter militärstrategischen Aspekten.

Es entsteht ein toller Austausch mit dem supersmarten Adam. Wir sprechen über ethische Fragestellungen dieser Technik, über die Beschaffung von Kapital und Finanzierungszyklen im Einklang mit Entwicklungszyklen und über den „War for Talents“. Hier ist, neben Geld und Teamspirit, „Purpose“, der Glaube an etwas Großem mitzuwirken, ausschlaggebend. Wir sprechen über den Markt für VR und AR allgemein und darüber, dass 2018 für Neurable, wie insgesamt für diese Technik, zum „So what?“-Jahr wird. Die Grundlagen sind alle da – was machen wir daraus?

Elon Musk ruft. Er polarisiert mit seinem Auftritt. Vielleicht ist es ja gerade das, was ihn und den Nimbus um seine Person ausmacht. Ein „James Dean der Moderne“? Eine Parallele zum legendären Unternehmer und Aviator Howard Hughes drängt sich auf – liegt das an seiner Pilotenjacke mit Fellkragen? Die inhaltlichen Take-aways: Seine großen Ideen und Visionen haben keinen Business Plan, AI ist gefährlicher als die Atombombe und auf dem Mars wird es eine direkte Demokratie geben.

Weiter geht’s zu Arnold Schwarzenegger. Sein Zwist mit Trump sorgt für die Lacher zum Einstieg und „Arnie“ läuft zu Hochform auf. Über Zoten und Floskeln hinaus, erweist er sich als intelligenter und sympathischer Gesprächspartner. Es geht um Chancengleichheit im Bildungswesen und darum, dass Kinder in den USA viel zu lange keine Lobby hatten. Er kritisiert, dass Amerika mit der Spaltung durch das Zweiparteiensystem hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt wie ein Baseball-Team, das nur die eine Hälfte der Stars auf das Feld bringt. Dass er bei all dem auch mit sich selbst und seiner Zeit in der Politik kritisch ins Gericht geht, gefällt. Zum Schluss hat er noch einmal die Lacher auf seiner Seite: Wir alle können uns auf den nächsten Teil „Terminator“ freuen. Denn darin wird der Terminator Trump aus dem Gefängnis befreien.

Alle Eindrücke werden ausgiebig bilateral und in der Gruppe diskutiert. Wir ordnen ein, wir wägen ab, beurteilen und interpretieren. Durch die Vielzahl an Meinungen und Ansichten eröffnen sich neue Perspektiven. Das ist bereichernd, genau dieser Momente wegen sind wir hier. Auch nach einer entsprechenden Expertenrunde bleibt die Frage unbeantwortet, ob Retail vor der Apokalypse oder vor einer Renaissance steht. Im „Google Assistant Fun House“ beschäftigen wir uns mit Haus- und Entertainment-Automation und damit, wie uns Sprachassistenten zukünftig beeindrucken wollen.

Jetzt steht ein Abend im Truluck’s Seafood Steak & Crab House an – Hunger, Durst, Erwartungen, alles riesengroß! Bis morgen!