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11.03.2018 / Allgemein

SXSW 2018/Tag 2: Stimmung und Temperatur steigen gleichermaßen

Drei Dinge, die uns am Samstag/Tag 2 überrascht haben: Fast jedes Technologieunternehmen liefert einen Showcase zu Virtual oder Augmented Reality – man geht hier fest davon aus, dass sich diese Technologie durchsetzen wird; die meisten Vorträge haben Podiumsdiskussions-Format – je nach Besetzung kann das Top oder Flop sein, wenn ohne große Vorbereitung „drauf los gequatscht“ wird; mit deutscher Pünktlichkeit wird man hier heute nichts.

 

Am Tag 2 der SXSW stehen wir noch ganz unter dem Eindruck des gestrigen Abends: Wir waren live dabei, als John Cryan den erneuten Verzicht des Vorstands der Deutschen Bank auf Boni erklärte – der Aufmacher von Zeit Online am heutigen Samstag. In unserer WhatsApp-Gruppe kursieren die Links zu den Artikeln der Weltpresse, die von „unseren“ gestrigen Highlights berichten. Erwartungsgemäß ist auch der Auftritt von Bernie Sanders ein großes Thema.

Die Temperatur nähert sich bereits 25° Celsius, als wir beim Flying Lab der Lufthansa eintreffen. Jan Frodeno, wohl der beste Triathlet der Welt, berichtet von Wearables im Trainingseinsatz und den Möglichkeiten, die sich daraus z. B. für die Bekämpfung von Betrug im Sport ergeben. Was auch im analogen Alltag beeindruckt: seine Disziplin. Kein Tag vergeht ohne Training, das ganz Jahr über. Und um jedes Risiko verfälschter Blutwerte auszuschließen, ist Frodeno seit einem Jahr Vegetarier.

Im Vorbeigehen, auf dem Weg zur nächsten Inspiration, bestaunen wir noch den Prototyp eines neuen Inflight Entertainment Systems der Lufthansa.

„Learning“ des Tages: Wir müssen feststellen, dass unsere recht deutsch geprägte Arbeitseinstellung hier am Samstagmorgen der SXSW auf digital-internationale Entschleunigung trifft. Vormittags scheint Starbucks mehr Drehzahl zu entwickeln als die Brand-Experiences der namhaften Marken. Die öffnen alle erst gegen Mittag ihre Türen. Aber dann gibt es auch Drinks for free, versprochen. Nächstes Mal: Tagesroutinen später beginnen und später beenden! Deshalb ist unsere Gruppe auch mehr als pünktlich zur Eröffnung des German House. Kevin Ashton, der den Begriff der „Internet of Things“ geprägt hat, eröffnet das Programm: Autonomes Fahren wird Einzug halten, sogar Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben. Trotzdem wird es immer noch Ampeln geben. Der Chef-Stratege von Mercedes-Benz prophezeit: In drei Jahren fahren in Deutschland alle neuen Autos autonom. Die Sache ist die: Die Autos können es schon, die Funktion ist nur nicht aktiviert.

Die Retail Innovation Lounge vereint in einer Location unterschiedliche innovative Anwendungen aus und für den Handel. Interessant: In der Podiumsdiskussion mit Deloitte Digital werden unterschiedliche Anwendungen von Augmented Reality im Kontext des Handels aufgezeigt. Was davon wird sich durchsetzen? Das ist, wie so oft, schwer zu sagen. Man merkt jedoch, dass die Leute etwas von der Materie verstehen.

Ein Highlight des Tages sind die Innovation Labs von Accenture Interactive und Sony. Auch hier stehen VR Anwendungen im Vordergrund. An dieser Stelle können wir ein erstes Fazit ziehen: VR ist hier omnipräsent und die SXSW Community scheint überzeugt von der Durchsetzung dieser Technologie, während wir in Deutschland darüber noch diskutieren. So stehen vor Ort auch sehr konkrete Anwendungen mit echtem Anwendernutzen zur Schau. Bestes Beispiel: ein VR Auto-Konfigurator von Mercedes-Benz. Im Auto oder vor dem Auto Konfigurationen live zu betrachten ist wahrscheinlich die Entscheidungshilfe, die dem physischen KFZ am nächsten kommt.

Dell, Twitter, Facebook, Pinterest, Bose etc – nahezu jede Marke mit digitalem Anspruch scheint in der Rainey Road vertreten. Und da macht sich dann auch der Samstagnachmittag bemerkbar. Hier mischen sich die Teilnehmer der SXSW mit Einwohnern der Stadt und alles steuert auf eine riesige Party zu. Die Temperatur liegt mittlerweile bei 32° Celsius.

Doch bevor es soweit ist, hören wir uns noch an, wie das Internet of Things zum „Internet of Threats“ für uns wird. Auch hier das Learning: Je mehr Devices wir mit dem Internet verbinden, desto größer wird das Risiko, und dessen müssen wir uns bewusst sein, wenn wir uns durch „Connectedness“ Komfort oder Funktion erkaufen. Die Experten sind sich einig, dass ein totaler Schutz unmöglich ist.

Jetzt starten wir langsam in den Abend und freuen uns auf ein original texanisches BBQ. Mehr Brain-Food dann morgen wieder an dieser Stelle!